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NaNoWriMo 2017


Mein Lichtblick im Novembernebel

50.000 Wörter in 30 Tagen zu Papier bzw. in den Laptop bringen, so lautet das Ziel vom National Novel Writing Month, das von Amerika ausgehend mittlerweile auf International Novel Writing Month umbenannt werden müsste. 30.000 Schreibende auf der ganze Welt beteiligen sich jährlich an dieser Aktion, die einen dazu animiert, eine vielleicht schon lange herumschwirrende Story vom Kopf in getippte Form zu bringen.


Im November 2017 bin ich eine davon. Ein Monat lang jeden Tag schreiben, diese Erfahrung reizt mich und ich klemme mich dahinter. Trotz enger Projekttermine, nahender Vorweihnachtszeit und gymnasialem Notendruck bei meinem Sohn. Wie meistens in meinem Leben gehe ich planerisch an die Sache heran. Um es mir leicht zu machen, wähle ich thematisch eine Liebesgeschichte in mir vertrauter Umgebung aus. Die Figuren sind schnell entwickelt, eine Handlungsfolge aufgebaut, offene Fragen recherchiert. Ein auf meinen November im Detail abgestimmter „Worte pro Tag Plan“ weist mir den Weg.

An den Bürotagen fordere ich weniger von mir als an den Freien, 1.667 sollten es im Durchschnitt pro Tag sein. Ich tüftle, zähle weg und dazu, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Und dann geht es los mit dem Schreiben.

Ab ersten November tippe ich um 05.00 morgens am Esstisch, abends an meinem Schreibtisch, an freien Tagen auch gerne im Bett oder in meinem Lieblings-Cafe´. Meine Figuren eilen manchmal voraus, ein andermal schleppe ich sie über die Seiten und dann nehmen sie mich wieder bei der Hand und zeigen mir, wo es langgeht. Jeden Tag setze ich ein Häkchen unter meine geplante Wortanzahl und tracke diese zur Selbstmotivation auch auf der Homepage vom NaNoWriMo.

Familie und Freunde nehmen Rücksicht auf meinen Ausnahmezustand, positiv bemerkend, wie sehr ich in den Schreib-Flow eingetaucht bin. Nach zwei Wochen ist mein vorgesehener Handlungsstrang nur noch ein dünnes Fädchen, etwas Zusätzliches muss her. Mit meinem Collegeblock abends auf den Knien taucht eine neue Figur auf, die die Bisherigen kontrastiert. Flott schreibe ich am nächsten Tag weiter, selbst neugierig auf den Hürdenlauf der Wörter, die einander das Staffelholz reichen.
Es macht mir immer noch nichts aus, um 05.00 aufzustehen und zu schreiben. Im Gegenteil, denn das Ziel rückt näher. Bereits am 28.11. beende ich meine Geschichte mit 50.813 Wörtern. Der Curser blinkt auf der Stelle, meine Hände ruhen auf der Schreibtischplatte. Und ich fühle mich, als müsste ich eine Insel verlassen, auf der ich am liebsten für immer leben würde. 



© andrea heitz



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